Wie man sein Glück gerecht behandelt und was das mit ewiger Jugend zu tun hat

Am 1. Februar 2020 haben wir den 80. Geburtstag meiner Mutter und ihrer Schwester gefeiert. Als Höhepunkt des sehr schönen Festes trat der Sänger Clemens Schaller auf, der neben vielen Wiener Liedern aus den 50/60ern (zB „Schnucki, ach Schnucki, fahr ma nach Kentucky„) zu meiner großen Freude ein Lied von Wolfgang Ambros und Andre Heller aus 1983 zum Besten gab – und zwar „Für immer jung„. Eine schöne Botschaft zu einem „80er“!

Nicht nur, dass ich dieses Lied sicher seit 25 Jahren nicht mehr gehört habe – ich habe zum ersten Mal dem Text richtig zugehört. Und da steckt eine Menge drinnen, was ich erst heute mit knapp 50 richtig verstehe. Nie aufhören zu lernen, vor Begeisterung brennen, ohne Angst und Hochmut zu leben…..dann hat Alter nur bedingt mit Lebensjahren zu tun. 

Eine Zeile hat es mir besonders angetan:

Du sollst nie aufhören zu lernen,
arbeit‘ mit der Fantasie,
wann’st Dein Glück gerecht behandelst,
dann verlasst’s Di nie….

Wolfgang Ambros / Andre Heller „Für immer jung“, 1983

Um das Lied in seiner vollen Pracht zu hören, hier ein Link zu einem Live-Auftritt von Wolfgang Ambros:

Wolfgang Ambros „Für immer jung“

Wie behandelt man sein Glück gerecht?

Gute Frage, über die ich lange nachgedacht habe. Ich denke, Ambros/Heller haben hier nicht das Glück gemeint, auf welche Zahl beim Roulette die Kugel fällt – das ist imho Zufall.

Ich denke, es geht eher um das Lebensglück, die Zufriedenheit mit Lebensumständen, um Lebensfreude. Wie behandelt es man denn nun gerecht? Eine Frage, die sich wahrscheinlich auch schon viele Philosophen gestellt haben….

Vielleicht will Glück so behandelt werden wie ein geliebter Mensch oder eine Beziehung:
Nicht an sich fesseln, nicht erdrücken, auch loslassen können, andere teilhaben lassen, nichts nur für sich selbst wollen, Freude teilen, dankbar sein und ganz wichtig: nichts für selbstverständlich nehmen.

Gerade noch ein Glück…

Apropos Dankbarkeit: Lassen wir am Ende noch Tante Jolesch von Friedrich Torberg zu Wort kommen:

Gott soll einen hüten vor allem, was gerade noch ein Glück ist.

Tante Jolesch, aus „Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“ von Friedrich Torberg

Das eigene Glück und das Glück der Anderen

Und GANZ am Ende noch die Erkenntnis von Paul Chaim Eisenberg, dem ehemaligen Oberrabiner von Wien (siehe auch diesen Blogartikel):

Ich glaube, es ist viel simpler. Man wird im Leben glücklich, wenn man Andere glücklich macht.

Paul Chaim Eisenberg aus „Das ABC vom Glück“

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