Von kleinen und großen Gedanken

Notizheft für kleine und große Gedanken
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Ich habe heute sehr nette Post vom Kardinal König Haus erhalten, dem Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas. Und zwar eine Postkarte mit einem sehr schönen Zitat von Dietrich Bonhoeffer, wie gemacht für Tage wie diese während der „Corona-Krise“:

Man muss sich durch die kleinen Gedanken,
die einen ärgern,
immer wieder hindurchfinden
zu den großen Gedanken,
die einen stärken.

Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Brief an Eberhard Bethge vom 21.6.1944

Dazu muss man wissen, dass Dietrich Bonhoeffer diese Gedanken während seiner Haft (1943-1945) aufgeschrieben hat. Am 9. April 1945 wurde er hingerichtet.

Was einen Menschen zäh machen kann

Die Sonne von Liebe und Hoffnung.
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Ich habe heute im Netz einen wunderschönen Text gelesen, zu dem ich gar nicht viel sagen möchte – er spricht für sich. Vielleicht nur, dass er von Hilde Domin geschrieben wurde, einer deutschen Schriftstellerin jüdischen Glaubens, die bis 1939 in Italien lebte und dann flüchten musste.

„Keine Katze mit sieben Leben,
keine Eidechse und kein Seestern,
denen das verlorene Glied nachwächst,
kein zerschnittener Wurm
ist so zäh wie der Mensch
den man in die Sonne
von Liebe und Hoffnung legt.
Mit den Brandmalen auf seinem Körper
und den Narben der Wunden
verblasst ihm die Angst.
Sein entlaubter Freudenbaum
treibt neue Knospen,
selbst die Rinde des Vertrauens
wächst langsam nach.“

Hilde Domin, 1909-2006

Es gibt Texte, die kann man nur auf sich wirken lassen. Ich habe das Gefühl, egal was ich schreibe, es würde dem Text nicht gerecht werden. Darum tue ich es auch nicht. Vielleicht ist diesmal Schweigen tatsächlich Gold.